Die Chronik des Jugendclub
Gründungsgeschichte
Wie in anderen Orten auch hat die St. Petermer Jugend bestimmte Plätze im Dorf, an denen man sich abends oder an Sonntagen trifft. 1970 hatte sich eine feste Clique gebildet, die sich entweder am Bertholdsbrunnen oder auf der Platte traf. Es entsteht daraus aufgrund schlechter Erfahrungen aus der Landjugendzeit jedoch keine feste Gruppe oder Organisation mit einer Leitung.
Der Theologe Franz Schwörer vom Priesterseminar hat dies alles genau beobachtet und nimmt mit den Jugendlichen Kontakt auf. Sein Ziel ist es, in St. Peter eine freie Jugendorganisation zu gründen. Aus diesem Grund lädt er die interessierten St.Petermer Jugendlichen im Oktober 1970 in das Gasthaus Felsen in der Glashütte ein. Hier wird die eigentliche Gründung des Jugendclubs vollzogen. Daraufhin wird eine Versammlung im Gasthof Platte einberufen, wozu auch Pfarrer Wik und Bürgermeister Martin eingeladen sind. Diese Sitzung kann man wohl als erste provisorische Generalversammlung bezeichnen, da hier auch die ersten Verantwortlichen des Jugendclubs gewählt werden.
Danach trifft man sich immer dienstags mit Franz Schwörer in verschiedenen Gaststätten zu Diskussionsabenden. Die Thematik eines eigenen Clubraumes tritt nun immer mehr in den Vordergrund. Franz Schwörer setzt sich aufgrund eines Vorschlags der Verantwortlichen mit Frau Dold in Verbindung, und nach langen Verhandlungen wird die alte Mühle im Sägendobel für den Jugendclub geöffnet.
Erster Clubraum - "Old Ranch"
Um der Jugend die Räumlichkeiten zu sichern und dem Jugendclub eine feste Stütze zu geben, wird eine sogenannte Trägerschaft gebildet, die vertreten wird durch Regens Dr. Saier, Herrn Pfrengle und den damaligen Konrektor Bügener. Am l3.Oktober 1970 kann der Jugendclub in die sogenannte "Old Ranch" einziehen.
Beteiligung am Gemeindeleben - Erster Fastnachtsumzug
Der Jugendclub beginnt, sich in das öffentliche Leben in St. Peter einzugliedern. So veranstaltet der Club 1971 den ersten Umzug am Fastnachtssonntag, mit eigenem närrisch gestaltetem Wagen. Eine Tradition, die erfreulicherweise bis heute beibehalten wird.
Auszug aus der "Old Ranch " - Neuanfang im "Schuppen"
1971 brechen die letzen Monate in der Old Ranch an. Die Suche nach neuen Räumlichkeiten wird zum Problem. Die Überlegungen, ein eigenes Gebäude zu errichten, werden wegen Undurchführbarkeit bald wieder verworfen. Als Alternativen sind das Dischenhäusle, "Huloch" oder die Spenglerhütte im Gespräch. Davon wird dem Jugendclub seitens Bürgermeister Martin und einigen Gemeinderäten aus Kostengründen abgeraten.
Durch die Vermittlung von Herrn Franz Metzger und Regens Dr. Saier kann man sich mit dem Bürgermeister und den Gemeinderäten darauf einigen, dem Jugendclub im freigewordenen Schulhaus im Ortsteil Sägendobel eine neue Unterkunft bereit zu stellen. Mit viel Anstrengung und Eigenleistung werden die neuen Räumlichkeiten bis zur Einweihung am 23.11.1971, nach einem halben Jahr Obdachlosigkeit, hergerichtet.
Das Gesicht des Jugendclubs beginnt sich im fünften Jahr zu verändern, einerseits durch die neuen Räumlichkeiten, andererseits kommen immer mehr neue Mitglieder hinzu. Die Gründungsmitglieder beginnen sich langsam zu distanzieren. Clubabende finden nun immer freitags statt.
So hätte der Jugenclub einmal aussehen können (Plänen von 1976):

Erneuter Auszug - Neubau des Pfarrheims
1977 muss der Jugendclub aus seinen Räumlichkeiten, dem "Schuppen" ausziehen, da die Gemeinde das alte Schulhaus verkauft hat. Es folgt eine Zeit der Raumsuche und Ungewissheit. Auf der Generalversammlung 1978 sichern Bürgermeister Martin, Pfarrer Läufer und Herr Pfrengle ihre Unterstützung zu. Nach mehreren Gesprächen mit Herrn Läufer, Herrn Martin und dem Gemeinderat bahnt sich endlich eine Lösung an.
Herr Läufer unterbreitet dem Jugendclub den Vorschlag, mit der Pfarrgemeinde zusammen zu bauen. Um jedoch die Finanzierung des Bauvorhabens in der erforderlichen kurzen Zeit sicherzustellen, soll sich der Jugendclub nach Meinung von Pfarrer Läufer einem Verband wie z.B. der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) anschließen.
Dies widerspricht jedoch der Gründungssatzung des Jugendclubs und führt somit zu heftigen Diskussionen unter den Mitgliedern. Deshalb muss nach einigen Gesprächen mit der Pfarrgemeinde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden, auf welcher die Abstimmung zugunsten des gemeinsamen Neubaues und somit für einen Beitritt zur KLJB ausfällt. Im September 1979, nach Fertigstellung des Pfarrheimrohbaues, können die Arbeiten an den Clubräumlichkeiten beginnen.
Ende Januar 1980 wird der neue Jugendraum mit einem Helferfest eingeweiht.
Zehnjähriges Jugendclubjubiläum - reges Vereinsleben
Trotz mehrmaliger Raumsuche in seiner kurzen Geschichte und den damit verbundenen großen Belastungen des Vereinslebens kann der Jugendclub 1980 sein zehnjähriges Bestehen feiern. Seit seiner Gründung sind etwas 140 Jugendliche als Mitglieder tätig gewesen. Die folgenden Jahre zeichnen sich durch reges Vereinsleben mit vielen Programmpunkten und Veranstaltungen aus.
Austritt aus der KLJB - 15jähriges Jubiläum
Zusammenkünfte der Verantwortlichen mit dem Pfarrgemeinderat im April und September 1984 sind notwendig, um den Austritt aus der KLJB vorzubereiten. Es wird auch eine neue Satzung erarbeitet. 1985 feiert der Jugendclub sein 15jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum werden neben dem Ausflug nach München zum Höhepunkt des Jahres.
Schließung und Neuanfang
Es brechen turbulente Zeiten für den Jugendclub an. Nach inneren Unstimmigkeiten 1987 muss der Jugendraum für einige Monate geschlossen werden.
Es ist ein Neuanfang und eine Neuorientierung der Mitglieder nötig geworden, der 1988 mit der neuen Vorstandschaft, der Tatkraft der Mitglieder und einer neuen Satzung erfolgt.
20 Jahre Jugendclub - abwechslungsreich gestaltetes Clubleben
Durch unzählige Programmpunkte und Veranstaltungen wird der Jugendraum wieder zu einem beliebten und gut besuchten Treffpunkt für Jugendliche. Auch im örtlichen Vereinsleben erobert sich der Jugendclub durch Aktivitäten wie "Altennachmittag", "Bachputzete", "Beiträge zur Fastnachtsgestaltung", "Einfaches Essen" und vielem mehr einen festen Platz.
Das 20jährige Jubiläum 1990 wird mit Wochenende füllenden Veranstaltungen wie u.a. dem "Spiel ohne Grenzen", das in der Bevölkerung großen Anklang findet, erfolgreich gestaltet.
Mitte der neunziger Jahre kann man allmählich wieder einen Generationswechsel im Jugendclub feststellen. Die Feierlichkeiten zum 25jährigen Bestehen werden nach dem Vorbild des 20jährigen Jubiläums mit einem dreitägigen Festprogramm begangen. Höhepunkte bilden das Festbankett und das Spiel ohne Grenzen.
Wunsch nach Veränderung - Umbau
Die Jugend ging schon immer mit der Zeit - und aus einer Schnapsidee wird Ernst. 1997 wird deshalb der Startschuss für die Internet-Homepage des Jugendclubs gegeben.
Der Wunsch nach Neuerungen und Veränderungen wird aber auch auf anderen Gebieten geäußert. So entwickelt sich 1998 aus der Planung für eine Lüftungsanlage der größte Umbau in der Geschichte des Raumes seit seiner Fertigstellung 1980. Der Jugendraum erscheint nun in einem neuen zeitgemäßen Outfit. Der Umbau wäre aufgrund der schon hohen Kosten nicht durchführbar gewesen, wenn nicht zahlreiche Mitglieder tatkräftig und mit hohem Zeitaufwand sich dafür eingesetzt hätten.
Auch an der Schwelle des 21. Jahrhunderts hat der Jugendclub eine große Bedeutung für die St. Peterner Jugend - dies allein schon, weil viele Eltern der heutigen und zukünftigen Mitglieder schöne Erinnerungen an ihre Jugendzeit mit dem Club verbinden.




