Zur Geschichte der Pfarrkirche von St. Peter
Auf die Bitte die allergnädigste Hilffshand in dieser großen Noth ihm biete antwortete der Kaiser, dass er dem Abt in seiner beschwerlichen Anliegenheit sonders gern hilflich sein wollte, aber aus Mangel der Mittel anjezo nit gefolgen könne
So konnte der Abt nur mit seinen eigenen bescheidenen Mitteln, aber mit unbeugsamem Mut und Eifer Kirche und Kloster wieder herrichten, so dass im Herbst 1685 die Mönche, die zwischenzeitlich in St. Ulrich lebten, ins Kloster zurückkehren konnten.
Am Himmelstag 1685 wurde in der Kirche zum ersten Male wieder Gottesdienst gefeiert.
Politisch unruhige Zeiten und ein Sturm der im Jahre 1714 die Fenster und das Dach der Kirche schwer beschädigten, taten ein übriges. So waren Kirche und Kloster jahrzehntelang in einem trostlosen Zustand.
Nach dem Friedensschluss zwischen Österreich und Frankreich im Jahre 1714 begann man erneut mit der Sanierung der Kirche. Der Bau eines neuen Turmes ,Fundamentarbeiten für eine neue Kirchenfassade aus gehauenen Quadersteinen und die Grundsteinlegung für ein neues Kirchenportal folgten da starb der Abt.
Sein Nachfolger Abt Bürgi befasste sich schon kurz nach sein. Ich rede an besonders euch, liebe Untertanen und Petersberger! Ihr werdet ja freilich einen manchen Wagen voll Stein, kalch, Holz und Baumaterial über Berg und Tal auf diesen platz zu diesem Grundstein führen müssen, und zwar, wie euch wohl bekannt, nach Schuldigkeit; Allein, führt doch alles willig herbei zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit; und zu Ehren dessen, welcher die Himmelschlüssel in Händen trägt, meines und eures Schutzpatrons, des hl. Petrus.
In nur drei Jahren stand der Rohbau !Bedenkt man die beschwerlichen und harten Wintermonate und die langen Wegstrecken, über die das Baumaterial transportiert wurde (das Material kam aus den Steinbrüchen in Tennenbach bei Emmendingen und Kirnach bei Villingen!), dann lässt sich erahnen, welch große Opfer von der Bevölkerung für den Bau der Kirche erbracht wurden.
Schon von Anfang an das zeigen vorliegende Skizzen des Baumeisters Peter Thumb, dachte Abt Bürgi nicht nur an den Bau der Kirche, sondern auch an einen völligen Neubau des Klosters.
Schon kurze Zeit nach der Einweihung der Kirche am 29.September 1727, genauer gesagt am 09.November 1728, wurde dazu der Beschluss gefasst
Während draußen mit den Arbeiten am Kloster begonnen wurde, arbeiteten im Innern der Kirche Künstler und Handwerker an der Innenraumgestaltung. So wurde 1728 durch den Kunstschmied Michael Reinhardt aus St.Trudpert das Gitter am Chor angebracht.
pfarrkirche_geschichte_1730.jpgDie Klosteranlage um 1730. Ausschnitt aus einem Stich "Festum Cathedrae" (1731). Am Fuß des Kapellenberges sieht man noch die kleine Kapelle zum Gedenken an die Ankunft der Reliquien aus Köln
J.A. Feuchtmayer erschuf die zehn Statuen an den Altären und die neun Stifterfiguren an den Pfeilern der Kirche. 1729 wurden die neuen Glocken durch den Balser Glockengießer Heinrich Wittnauer fertiggestellt. 1733 vollendete der Ehrenstetter Bildhauer Christian Wentzinger den Taufstein.
Der Nachfolger von Abt Bürgi, Pater Phillip Jakob Steyrer ließ schließlich zwischen 1751 und 1771 die Kirche im Innern verschönern. Der Künstler Matthias Faller schuf den vergoldeten Tabernakel am Hochaltar, die Aufsätze der beiden Seitenaltäre und für die kleinen Seitenaltäre im Kirchenschiff sechs Reliquienschreine, die inzwischen in der St. Ursula Kapelle zu sehen sind. In den Jahren 1763 und 1764 führte Matthias Faller die Arbeiten für das neue Chorgestühl mit den beiden Prospekten der Chororgel, das Rückpositiv der Hauptorgel und die Figur am Taufstein aus.
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| Das Kloster St. Peter um 1720 | Die Klosteranlage um 1730. Ausschnitt aus einem Stich "Festum Cathedrae" (1731). Am Fuß des Kapellenberges sieht man noch die kleine Kapelle zum Gedenken an die Ankunft der Reliquien aus Köln |
Mit der Ausführung der beiden Epitaphien für die Gräber der Zähringer Herzöge im Hochchor,durch die Freiburger Bildhauer Joseph Hörr und F.A.Vogel, endete im Jahre 1768 die künstlerische Innenraumgestaltung der Kirche.
Die immer wieder neu beeindruckende Gesamtwirkung des Kirchenraumes verdanken wir zweifelsohne den Architekten und Baumeister Peter Thumb.
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| Kloster St. Peter ( 1768 ) nach Vollendung der Klostergebäude | St. Peter um 1790. Ausschnitt aus einem Ölgemälde von Simon Göser im Pfarrsaal Eschbach |








