Die Ursulakapelle
Im Grunde genommen entstand diese Kapelle aus der Sorge um den Erhalt des Klosters während den Kriegswirren 1690. Der damalige Abt Paulus Pastor legte ein Gelübde ab, wonach er sich verpflichtete, zu Ehren der Heiligen Ursula in St. Peter eine Kapelle zu bauen, wenn das Kloster vor Zerstörung bewahrt bliebe.
Am 25. April 1725, am Fest des Evangelisten Markus, wurde die St. Ursula-Kapelle feierlich eingeweiht, damit sie während des Baues der jetzigen Pfarrkirche als Interims-Kirche dienen konnte. Vieles hat dieser Ort des Gebetes, all die Jahrhunderte hindurch erlebt. Ein wahres Auf und Ab – wie im tatsächlichen Leben. (siehe unter Geschichte)
Wesentlich für uns heute ist jedoch die Tatsache, dass wir mit der St. Ursula Kapelle einen Ort des Gebetes besitzen, der vor allem in den Sommermonaten zur Stille und Andacht, zur Zwiesprache mit unserem Vater im Himmel einlädt.
Von Ende April bis Ende Oktober ist die Kapelle tagsüber geöffnet. Andachten, Gottesdienste, Trauungen und Trauerfeiern werden darin gefeiert.
Die Evangelische Versöhnungsgemeinde aus Stegen nutzt die Kapelle für Gottesdienste.
Daneben finden in der St. Ursula Kapelle kleinere Konzerte verschiedener Chöre und Gruppen statt.
Die Geschichte der Ursulakapelle
Abt Paulus Pastor (1676-1699). Er machte am 21. Okt. 1960 das Gelübte, zu Ehren der hl. Ursula eine Kapelle zu bauen, wenn die Kirche und das Kloster vor Zerstörung bewahrt bleiben
Schon vier Male war das Kloster zu St. Peter abgebrannt, als im Jahre 1690 Kriegsunruhen ausbrachen und St. Peter erneut in großer Gefahr schwebte.
Der verantwortliche Abt Paulus Pastor, der den letzten Brand noch miterlebt hatte, legte am 21. Oktober 1690 (am Fest der hl. Ursula ) ein Gelübde ab, wonach er in St. Peter zu Ehren der hl. Ursula eine Kapelle bauen und zu Ehren der hl. Agatha einen Altar weihen würde, wenn Kirche und Kloster vor Verwüstung durch Feuer verschont bleiben.
Kirche und Kloster blieben unversehrt und so wollte der Abt nun sein Gelübde einlösen.
Auf dem Kapitel am 24. Mai 1698 wurde beschlossen, die Kapelle nicht als Anbau an die große Kirche, sondern beim Finkenherd. zu bauen. Umsetzen konnte Abt Paulus Pastor diesen Beschluss nicht mehr. Er verstarb im Februar 1699.
Kurze Zeit später brach der Spanische Erbfolgekrieg (1702-1714) aus. Dadurch war es auch dem neuen Abt Maurus Höß (1699-1719) verwehrt, die Kapelle zu bauen.
Das Kloster St. Peter von 1685-1724. Dieses Bild ist ein Ausschnitt eines Ölgemäldes im Speisesaal des Priesterseminares.
Am 22. März 1720 jedoch war es soweit. Abt Ulrich Bürgi ( 1719-1739) erteilte mit Zustimmung des gesamten Konvents dem Meister Josef Fesenmayer von Freiburg den Auftrag zum Bau der Ursulakapelle.
Am 5. Mai 1720 wurde der Grundstein gelegt. Die Arbeiten gingen so schnell voran, dass Abt Bürgi am 21. Oktober denselben Jahres in der neuen Kapelle bereits die erste Heilige Messe feierte. Die Innenausstattung der Kapelle folgte und nach eineinhalbjähriger Bauzeit konnten am 21. Oktober 1721 die Seitenaltäre zu Ehren der Heiligen Ursula geweiht und die Reliquien in feierlicher Prozession in die Kapelle übertragen werden. Damit erfüllte sich das Gelübde, das Abt Paulus am 21. Oktober 1690 abgelegt hatte. Zwischenzeitlich war von Abt Bürgi und dem Konvent der Bau einer neuen Pfarr- und Klosterkirche beschlossen worden. Die neu errichtete Ursulakapelle bot sich als Interimskirche an. Die dafür nötige Weihe nahm der Weihbischof von Konstanz, Freiherr von Sirgenstein, am 25. April 1725, dem Fest des Evangelisten Markus vor. Deshalb wurde das Kirchweihfest der Ursulakapelle alljährlich am Sonntag nach dem Markustag gehalten.

Abt Ulrich Bürgi (1719-1739). Er löste das Gelübte des Abtes Paulus Pastor ein und erbaute 1720/21 die St. Ursula-Kapelle

feierliche Übertragung der Reliquien in die St. Ursula-kapelle am 21. Okt. 1721. (Bild aus dem General-Landarchiv Karlsruhe - GLA-65/533




