Unser Leitgedanke
Gedanken zum Leitwort und Signet
Von Heribert Mürtz
Jedes Jahr feiern wir das Fest Christi Geburt. Damit ist für die Zukunft eigentlich das Entscheidende schon gesagt, weil das Entscheidende schon geschehen ist und immer wieder geschieht: Weil der unfassbare, der ewige und unendliche Gott in Jesus Christus Mensch wurde, ist uns eine Zukunft eröffnet.
Sie kommt uns als Angebot und Einladung Gottes entgegen: Wir können auf Jesus hören, ihm nachfolgen und so wie er Gott und den Menschen vertrauen. Das ist die Zukunft einer christlichen Gemeinde und sie hat einen Namen: Jesus von Nazareth.
Somit wird deutlich was Zukunft gestalten meint: Wenn wir Jesus, seinem Wort und seiner Gegenwart Raum geben, dann wird Er uns gestalten und umwandeln, dann wird Er uns jeden Tag die Augen öffnen, dass wir uns selbst und die Menschen um uns mit den Augen Gottes in den Blick nehmen können. Wenn wir wie Jesus leben, wird Er der Gestalter des Heute. Wenn wir uns wie Jesus von Gottes Geist erfüllen lassen, wird Er uns trösten, stärken, aufrichten, ermutigen.
Wenn wir so unsere Zukunft denken und erfassen, dann trifft das den Punkt, den das Signet darstellt.
Ein solcher Punkt kann verstanden werden als Zielpunkt, als Kernpunkt, als Mittelpunkt, als Angelpunkt, als ......
Das Signet hat einen Punkt und es zeigt sich, dass damit viele Punkte gemeint sein können. Es gibt nicht nur diesen einen Punkt. Man kann sogar noch weiter gehen: Der Punkt meint einen Weg.
Daher tritt im Signet zum Punkt der Pfeil. Man hat den Punkt und die Punkte nicht. Es bedarf eines Weges, um an den Punkt und auf den Punkt zu kommen. Damit sind wir bei einem Bild, welches das Zweite Vatikanische Konzil wiederentdeckt hat, dass wir im Miteinander die Kirche und das Volk Gottes auf dem Weg sind.
Die ersten Christen wurden Anhänger vom neuen Weg genannt.(Apg.9,2)
Paulus bekannte in seiner Verteidigungsrede vor dem Statthalter Felix: Dem neuen Weg entsprechend, den sie eine Sekte nennen, diene ich dem Gott meiner Väter (Apg. 24,14)
Weil jeder Mensch eine unverwechselbare Persönlichkeit ist, weil er Nähe und Geborgenheit, Gemeinschaft und Heimat braucht und weil er sich verwirklichen will, ist dies der Weg der Kirche in der Welt von heute und der Auftrag der Pfarrgemeinde , die Kirche in einem überschaubaren Lebensraum gegenwärtig und erfahrbar zu machen.
Manche Betrachter entdecken in dem Signet als erstes einen Engel, also einen Boten Gottes, der uns heute eine Botschaft bringt, der uns Heutigen zuruft: Fürchtet euch nicht!, vielleicht einer, der uns Flügel verleiht, damit wir den Überblick behalten.
Eine Psychologin unserer Tage hat die Erfahrungen ihrer Patienten so zusammengefasst: Engel sind Boten aus dem Raum der Seele, die uns das Gefühl geben, die Erde sei ein freundlicher Ort; man trifft sie an, wo Menschen still, achtsam und aufmerksam sind.
So könnte sich der Bogen der Gedanken runden: Wenn es gilt, in der Pfarrgemeinde Zukunft zu gestalten, dann brauchen wir Räume der Stille, der Achtsamkeit auf die Zeichen unserer Zeit und wechselseitige Aufmerksamkeit; dann finden wir die Richtung/en und den Punkt/die Punkte und bekommen Flügel für den Alltag.




